Keynotes

Everything  turns, turns, turns…….

Dr. Martha Hüsgen-Adler

 

Anders als das beschauliche Riesenrad im Wiener Prater dreht sich unsere Zeit mit großer Rasanz… einer für viele Menschen beängstigenden Rasanz. Überforderung und Entfremdung von den Selbstgestaltungskräften, fragiler Selbstwert und unsichere

Bindungen sowie eine ungestillte Sehnsucht nach unbedingter Zuwendung bestimmen das Selbst – und Beziehungserleben vieler Menschen.

Neurotische Konflikte ödipalen Ursprungs, bestimmt von verbotenem Trieberleben und einem strafenden Über-Ich,

bestimmten die Anfänge der Psychoanalyse. Heute begegnen uns zunehmend Störungsbilder prägenitalen Ursprungs, geprägt

von defizitären frühen  Beziehungserfahrungen und nicht gelungener Individuation und Autonomieentwicklung.

 

Sie erfordern eine therapeutische Haltung und Vorgehensweise, die entwicklungspsychologische Ansätze und spezifische Beziehungsaspekte berücksichtigt und kennt. 

 

Die Transaktiosanalyse, entstanden (und sich rückbesinnend) aus den Entdeckungen der Psychoanalyse, modifiziert und genial konzeptualisiert von Eric Berne und seinen Schülern, birgt hierfür beachtliche Voraussetzungen.

 

Dr. Martha Hüsgen-Adler

 

…Fachärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie in eigener Praxis. Seit 1977 Beschäftigung mit der Transaktionsanalyse, 1988 TSTAC Prüfung .Vielfältige Tätigkeiten im Bereich Aus – und Weiterbildung sowie Supervision. Seit den 80iger Jahren Referentin bei den Lindauer Psychotherapiewochen mit dem Schwerpunkt „Skriptanalyse“ .Mitarbeiterin der Zeitschrift für Transaktionsanalyse, u.a. zum Thema „Narzissmus“, Persönlichkeitsstörungen“ und „strukturelle Störungen“. Leiterin von Balint-Gruppen. Sie erhielt 2013 von der DGTA den „Award für das Lebenswerk“



Analyse und Pädagogik – Feinde oder Freunde?

Wolfgang Schmidbauer  

 

Beratung und Therapie müssen mit dem Druck von Ängsten umgehen. Wenn der Experte eine passende Lösung mitbringt, kann er die Situation schnell entspannen. Allerdings ist diese Erwartung meist illusionär, weil beispielsweise nach dem Rezept gesucht wird, wie ich den Kuchen essen und behalten kann. Daher hat sich in den helfenden Berufen die Haltung entwickelt, möglichst wenig Lösungen fertig mitzubringen und möglichst viele mit den Klienten zu entwickeln – zum Beispiel auch, indem diesen ihre bisherigen, ungeeigneten Lösungsversuche bewusst gemacht werden.  In der großen Geschichte der klinischen Psychologie wie im Mikrokosmos einzelner Prozesse in Beratung und  Therapie geht es immer wieder darum, soviel Lösungsmodelle mitzubringen, dass der Prozess beginnen kann, und an möglichst  wenigen dogmatisch festzuhalten, so dass sich die Kreativität der Beteiligten entfaltet.


Dr. phil. Dipl. Psych. Wolfgang Schmidbauer

 

Geboren am 15.Mai 1941 in München.  Studium der

Psychologie an der LMU München 1960 bis 1966.

Promotion 1968 in Psychologie, Psychopathologie

und Pädagogik. Tätigkeit als freier Autor in Italien.

1971 Rückkehr nach Deutschland, Ausbildung in

Psychotherapie und Gruppentherapie, Mitgründer

eines psychoanalytischen Instituts in München.

1976 bis 1980 ist er Lehrbeauftragter und Prüfer im

Fach klinische Psychologie an der LMU München;

1986 Gastprofessor für Psychoanalyse an der Gesamthochschule Kassel. Derzeit Tätigkeit in

Privatpraxis, als Lehranalytiker und als Autor, u.a.

einer Kolumne im ZEIT-Magazin: „Die großen Fragen der  Liebe“

 

Wichtigste Buchveröffentlichungen:

  • Seele als Patient. Psychiatrie für Betroffene (1971)
  • Biologie und Ideologie. Kritik der Human-Ethologie  (1973)  Die hilflosen Helfer.
  • Die seelische Problematik der sozialen Berufe. (1977)
  • Alles oder nichts. Über die Destruktivität von Idealen. (1980)
  • Ich wusste nie, was mit Vater ist. Das Trauma des Krieges. (1998)
  • Der Mensch als Bombe. Eine Psychologie des neuen Terrorismus. (2003)

 

  • Das Helfersyndrom (2007)
  • Paartherapie. Konflikte erkennen, Lösungen finden (2010)
  • Das Coaching in der Liebe.                                                       Neue Spielregeln für das Leben zu zweit (2015)
  • Die Seele des Psychologen. Ein autobiographisches Fragment. Orell-Füssli (2016)
  • Helikoptermoral. Empörung, Entrüstung und Zorn im öffentlichen Raum. (2017)
  • Raubbau an der Seele. Psychogramm einer überforderten Gesellschaft. (2017)